Bonsai
Gedanken zur Ichi-Shun-Ten

Am 10.04. war ich zusammen mit 3 Arbeitskreisen und zahlreichen anderen Interessierten aus Sachsen und Thüringen per Bus nach Nymphenburg gefahren, um dieses Ausstellungs-Highlight zu bestaunen. Der Weg hatte sich gelohnt - vor allem für die, die sich mit Bonsai und Suiseki intensiver beschäftigen. Zu sehen waren prächtige Solitärs mit einer Qualität, die nur auf wenigen Ausstellungen erreicht wird. Die Präsentation konnte man zum Großteil als sehr gelungen bezeichnen. Vor einzelnen Präsentationen kam ich richtig ins Träumen. Dadurch erklärt sich auch, daß ich wesentlich mehr Zeit in dieser Ausstellung verbrachte, als Leute, die diese `Kunst der Bonsai- und Suiseki nicht so genießen können. Dazu gehört halt auch die Ruhe und Gelassenheit, einfach abzuwarten, wenn Besucher sich 40 cm vor den Baum stellen und mir damit die Sicht nehmen. Sorry, Nicht-Insider wissen halt kaum, daß die wahre Schönheit solcher Bäume erst mit etwas Abstand sichtbar wird. Das Problem besteht auf allen, mir bisher bekannten Ausstellungen.

Hervorheben möchte ich einen ausgestellten Weißdorn als Floßform. Diese Gestaltung (ich würde gerne ein Foto zeigen, darf das aber hier an dieser Stelle leider nicht!) besaß eine tolle Ausstrahlung, vor allem wegen der Ausgereiftheit und Natürlichkeit des Baumes. Für mich der schönste Baum. Auch deswegen, weil dieser Bonsai lediglich ca. 50x40 cm groß war. Die meisten anderen Ausstellungsstücke waren entweder Mame, oder aber wesentlich größer, als 70 cm. Warum eigentlich .........? Außerdem aufgefallen ist mir, daß wiedermal äußerst viele Importbäume gezeigt wurden. Eiche, Linde, Gemeiner Wacholder, Gemeine Fichte und Hainbuche fehlten komplett. Hätte man bei der Auswahl der Ausstellungsbäume vielleicht auf etwas mehr Vielfalt achten sollen? Statt einer frisch umgetopften, noch nicht blühenden, kränkelnden Riesenazalee vielleicht eher eine kleinere, dafür aber blühende Schlehe präsentieren? Ja, ich weiß, Schlehen, die den Ansprüchen einer solchen Ausstellung genügen, gab es wohl damals kaum, zumindest gab es da wahrscheinlich niemanden, der sie präsentieren wollte oder durfte ......... zumindest ich hätte damals eine Schlehe gekannt...

Die Demos waren ausgebucht, weswegen ich hierzu leider nichts schreiben kann.

Das Angebot durch Händler ließ zu wünschen übrig. Die Vielfalt auf ähnlichen Ausstellungen hab ich etwas vermißt. Bedenklich finde ich auch die Äußerung eines anwesenden Händlers, der sagte, er hat seine preiswerten Rohbonsai zu Hause gelassen, dafür aber Super-Importbäume aus Japan mitgebracht, weil das von dem Veranstalter lieber gesehen wird.

Toll war, daß in der Umgebung des Schlosses noch einige Sehenswürdigkeiten waren und das Stadtzentrum bequem erreicht werden konnte. Für Leute, die sich von solchen kleinen Kunstwerken weniger beeindrucken lassen, eine willkommene Alternative.

Alles in allem war dies nun eine gelungene Veranstaltung der besonderen Klasse. Vor allem Fachpublikum kam voll auf seine Kosten!

Für Besucher des Bonsaigartens in Linda ist Terminvereinbarung erbeten!

Bonsaigarten Uwe Krötenheerdt / Hauptstr. 21 / 07580 Linda bei Gera / Thüringen

E-mail: info@bonsais.de               Tel.: 036608/92131

http://www.bonsais.de

Noch mehr Links über Bonsai und Gartengestaltung: www.wueli.de www.wueli.com

Bonsai